Der Mais im Landwirtschaftsbetrieb der Familie Grötzinger in Heubach-Buch

Vorwort

 

Der Mais ist vom botanischen her gesehen eine Getreideart, die vom amerikanischen Kontinent stammt und relativ hohe Ansprüche an Boden und Klima stellt. Für ein optimales Wachstum benötigt sie Wärme, Feuchtigkeit und einen gut vorbereiteten nicht zu schweren fruchtbaren Boden.

 

Landwirtschaftliche Flächen im Ostalbkreis

 

Diese Anforderungen sind im Ostalbkreis nicht optimal erfüllt, sodass dem Maisanbau hier natürliche Grenzen gesetzt sind, die durch die Maiszüchtung bisher nicht ausgeglichen werden konnten. So ist z.B. der Körnermaisanbau, der besonders hohe Ansprüche stellt, im Ostalbkreis nur gering vertreten.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) im Ostalbkreis beträgt 64 654 ha. Davon sind 53% Ackerfläche und 46% Grünland. Von der Ackerfläche selbst sind 22% (7 772 ha) mit Silomais bebaut. Auf die gesamte LF berechnet sind dies 12 %.

 

Landwirtschaftliche Flächen Stadt Heubach

 

Als weiteres Beispiel seien hier die landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Heubach aufgeführt.

Sie umfassen insgesamt 929 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (LF) davon sind 568 ha Grünland (ca 60%) und 349 ha Ackerfläche. Und in der Ackerfläche stehen 105 ha Silomais (11% Gesamtanteil an LN und 30% Anteil an der Ackerfläche). Dies zeigt, dass in Heubach, aber auch im Ostalbkreis, ein gutes Fruchtfolgeverhältnis vorhanden ist.

 

Landwirtschaftliche Flächen und Lebensmittelverschwendung

 

Jeder Bundesbürger wirft heute nach einer Studie rund 80 kg Lebensmittel jedes Jahr weg. Wenn man die Gesamtsumme (rund 11 Mio. Tonnen) dieser weggeworfenen Lebensmittel in der Bundesrepublik mit dem Flächenertrag eines Hektars Getreide (ca. 7-8000 kg) vergleicht, kommt man auf eine Fläche von 1,4 Mio ha.

Dies entspricht etwa der landwirtschaftlichen Fläche von Baden-Württemberg. Soviel für die Nahrungsmittelproduktion verwendete Fläche nehmen also wir selbst aus der Produktion.

Und nicht zu vergessen: In den Zeiten, in denen das Pferd noch die Hauptarbeitslast in den landwirtschaftlichen Betrieben trug, wurde rund ein Drittel der Ackerfläche für den Haferanbau verwendet, also als Futter fürs Pferd und nicht für die menschliche Ernährung.

 

Betrieb Grötzinger

 

Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Grötzinger, der früher in der Ortsmitte von Heubach-Buch lag, ist wegen seiner beengten Lage in den 80-er Jahren auf seinen heutigen Standort ausgesiedelt. Nach wie vor ist einer seiner Schwerpunkte die Milchviehhaltung. Über 70 Milchkühe der Rasse Schwarz-Bunt tragen heute zum Familieneinkommen bei. Dies wird auch durch den hohen Anteil von über 55 ha Grünland, die der Betrieb zur Futtergewinnung bewirtschaftet, deutlich.

 

Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb rund 116 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Neben der Gründlandfläche werden noch auf ca. 17 ha Getreide angebaut sowie auf 2,4 ha Kleegras.

Die Maisfläche, auf der Silomais sowohl als Grundfutter für die Viehfütterung als auch zur Beschickung für die vor 3 Jahren gebaute Biogasanlage angebaut wird, beträgt 39 ha.

Dabei wird als wichtiges Fruchtfolgeglied auf 30 ha dieser 39 ha Grünroggen angebaut.

Das heißt, direkt nach der Ernte im Sommer/Herbst werden diese 30 ha mit einer Winterroggensorte angebaut, die dann im Frühjahr kurz vor der Maissaat sozusagen als grünes Gras abgeerntet und siliert wird. Dadurch wird sehr sinnvoll eine Winterbrache vermieden, d.h. der Boden ist nahezu das ganze Jahr bedeckt und durchwurzelt. So wird eine Bodenerosion vermieden, der Boden gut durchwurzelt und die Humus- und Garebildung gefördert. Diese Fruchtfolge dient so einer nachhaltigen Bodenpflege.

Gleichzeitig ergänzt dieser Grünroggen die Beschickung der Biogasanlage, die zu 40 % aus der Gülle der Rindviehhaltung und zu 40 % aus Maissilage besteht.

So kann mit dieser Mischung sowohl eine langfristige Fruchtfolge umgesetzt, als auch der Maisanbau in einem vernünftigen Rahmen gehalten werden, der sicher nicht zu einer „Vermaisung“ der Heubacher Landschaft beiträgt.