Mais

eine Erfolgspflanze mit Migrationshintergrund

Mais gehört zur Familie der Süßgräser wie z.B. das Zuckerrohr und ist eine der drei wichtigsten Getreidesorten weltweit. Mais wird etwa 1,5 – 3,5 m hoch. Sein Ursprung ist in Mittelamerika zu finden.
Mais ist eine C4-Pflanze, d.h. der Mais ist sehr wüchsig, bildet hohe Frischmasse und kann besser als alle anderen landwirtschaftlichen Pflanzen CO² binden. Pro Hektar bindet der Mais ca. 60 Tonnen Kohlendioxid.
Man unterscheidet zwischen Körnermais und Silomais.
Bei Körnermais wird nur der Maiskolben geerntet, alles andere bleibt auf dem Acker zurück, während bei Silomais die ganze Pflanze den Acker räumt.
Körnermais hat einen Ertrag von bis zu  130 dt/ha (Körner)
Silomais hat einen Ertrag von 150 – 200 dt/ha  (= 15 - 20 to/ha) Trockenmasse.
Er ist damit die Pflanze, die am meisten Ertrag vom Acker bringt, auch, wenn diese in Energie, sprich Methangas, durch die Bakterien in der Biogasanlage umgewandelt wird.
Ein Hektar Mais bringt eine elektrische Leistung von 2-3 kwh übers Jahr gerechnet. Bei der Verbrennung des Methangasgemisches wird außerdem eine Wärme von ca. 4.000 kw pro Kilowatt elektrischer Leistung freigesetzt.
Mais ist eine Pflanze wie jedes andere Getreide auch. Es ist äußerst selten, dass Silomais jahrelang auf ein und derselben Fläche angebaut wird. Dies wird auch zukünftig rechtlich gar nicht mehr möglich sein. Langjähriger Anbau von Silomais kann die Krankheits-anfälligkeit fördern und führt zu einseitigem Nährstoffentzug.
ünstig ist seine Fähigkeit, gut auf organischen Dünger wie Gülle oder Mist zu reagieren. Ebenso ist er auch beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Verhältnis zu anderen landwirtschaftlichen Kulturen sehr sparsam.
Eine fachlich verantwortungsvolle Produktion sowohl von Körner- als auch von Silomais ist durch unsere gut ausgebildeten und nachhaltig wirtschaftenden landwirtschaftlichen Familienbetriebe gewährleistet.
Im Ostalbkreis haben wir eine landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 64.600 ha. Davon ist etwa die Hälfte Grünland und Acker. Silomais beansprucht dabei etwa 7.700 ha Fläche. Meist ist dieser jedoch Futter für die Viehhaltung, weniger für die Biogasanlagen, von denen es im Ostalbkreis ca. 25 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 8.620 Kw gibt.
Eine „Vermaisung“ der Landschaft, über die häufig kritisch diskutiert wird, ist also bei den derzeitigen abwechslungsreichen landwirtschaftlichen Strukturverhältnissen im Ostalbkreis nicht zu erwarten.
Natürlich kann es vorkommen, dass der aus- und hochgewachsene Mais die eine oder andere bisher wahrgenommene schöne Aussicht versperrt. Doch innerhalb weniger Wochen ist er geerntet und die Sicht wieder vorhanden.
Auch die Diskussion, dass er Fläche für die Nahrungsmittelproduktion wegnimmt, kann nur vordergründig sein. Es sei daran erinnert, dass in früheren Zeiten, als das Pferd in der Landwirtschaft noch Vorrang hatte, ca. 1/3 der Ackerfläche für den Anbau von Hafer benötigt wurde. Und wir leben heute in einer großen Ländergemeinschaft, die den Austausch von Waren viel einfacher ermöglicht als noch vor 100 Jahren. So werden die meisten Kartoffeln die wir heute essen, nicht in Baden-Württemberg angebaut, sondern in Nord- und Ostdeutschland oder in anderen EU-Ländern.